Das Konzept von „Präsenz, Beziehung, Stärke“ basiert auf einigen Grundgedanken der Neuen Autorität, Perspektiven systemischen Denkens sowie stetiger Evaluation im Sinne von Best Practice und bildet so nicht nur unsere pädagogische Maxime, sondern stellt auch die Grundlage unserer Unternehmensphilosophie und –kultur dar.

Um PBS als pädagogischen Ansatz mit Konsequenz verfolgen zu können, stehen wir tagtäglich vor der Herausforderung, die damit verbundene Haltung nicht nur den jungen Menschen gegenüber zu pflegen, sondern diese als Grundsatz im Miteinander aller Menschen, die im Kontext unserer Einrichtungen stehen, erlebbar zu machen. In der Arbeit mit den jungen Menschen und deren Herkunftssystemen spielt dabei das „in-Beziehung-kommen“ und bleiben eine zentrale Rolle. Diese Beziehungsarbeit kann jedoch nur dann ideal gelingen, wenn sie auf der Ebene aller professionell pädagogisch Handelnden ebenso berücksichtigt und konsequent verfolgt wird.

Aus diesem Grund handelt es sich bei unser pädagogischen Ausrichtung um auch eine Kultur des Leitens und des miteinander Arbeitens. Darunter verstehen wir ein Leiten und Arbeiten auf Augenhöhe, welches geprägt ist von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen gegenüber den jungen Menschen und deren Herkunftssystemen sowie dem Zutrauen in die Handlungskompetenz und Professionalität unserer Mitarbeitenden.

Unser pädagogisches Arbeiten mit den jungen Menschen zeichnet sich aus durch

• das Pflegen einer Begründungskultur, in der wir unser Handeln
nachvollziehbar machen und darüber ggf. Öffentlichkeit herstellen,
• die Bereitschaft Feedback zu suchen und zu geben,
• lösungsorientiertes Denken und die Bereitschaft zur Anleitung dazu,
• die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt von Interaktion,
• die Verfolgung von Prozessen mit Beharrlichkeit und Konsequenz,
• die Unterstützung und Einforderung eigenverantwortlichen Handelns,
• die Aktivierung von Hilfesystemen,
• die Förderung einer Wir-Kultur durch Partizipation und Beteiligung.

Unser Miteinander ist geprägt sein von einer wachsamen Sorge, aber eben nicht nur um die jungen Menschen, sondern eben auch um alle Erwachsenen im Kontext der professionellen Hilfen, die wir in unseren Einrichtungen anbieten. Grundsätzlich unterstellen wir allen Menschen eine gute Absicht und folgen in der ersten Einschätzung ihres Tuns dem Prinzip des guten Grundes.

Sorgeberechtigte, Eltern und Erziehende sind nicht selten mit respektlosen und ablehnenden Verhaltensweisen von jungen Menschen konfrontiert und fühlen sich dadurch oft hilf- und ratlos. Infolgedessen ziehen sie sich zurück, lassen gewähren oder geraten in eskalierende Machtkämpfe, die meist zu weiterer Verzweiflung führen. Ähnliches beschreiben Lehrer*innen an Schulen, Pädagog*innen aus Kindergärten, Kindertagesstätten oder Einrichtungen der Jugendhilfe.

Unser pädagogisches Konzept hingegen zielt unter der Maxime „Präsenz, Beziehung, Stärke“ darauf ab, verlorengegangene Präsenz wiederherzustellen. Gerade weil der Respekt vor der Würde des jungen Menschen von entscheidender Bedeutung ist, erachten wir den gewaltlosen Widerstand gegen widerständige Verhaltensweisen als eine der Hauptaufgaben von Erziehungsverantwortlichen. Damit wird eine Erziehung, die auf Distanz, Furcht und Bestrafung basiert, beendet. Wir etablieren stattdessen eine Autorität durch Beziehung, die charakterisiert ist durch elterliche und professionelle Präsenz, durch Selbstkontrolle und durch Unterstützungssysteme, durch die Setzung von Grenzen, durch Entschlossenheit ohne Gewalt sowie durch Versöhnung und Wiedergutmachung – für die Stärke der jungen Menschen.